Mittelalter

alraune
„männliche“ (Norion) Mandragora-Wurzel (Alraune)
  •  880  Sigerist fand im Bamberger Antidotarium des 9. Jahrhunderts ein Rezept für den „Schlafschwamm“.
    Sudhoff entdeckte ein ähnliches Rezept in einem Kodex auf dem Monte Cassino aus derselben Zeit.  Der Schwamm wurde in eine Mischung getaucht, die aus Opium, Hyoscyamin, Maulbeersaft, Salat, Schierling, Mandragora und Efeu bestand und anschließend getrocknet.  Wem der Schwamm dann wieder befeuchtet wurde, entstanden Dämpfe, die von den Patienten eingeatmet werden konnten.
  • 950 Abu Bekr Hamidb Samajun verfaßte ein berühmtes Buch : „Sammlung von Bemerkungen alter und junger Ärzte und Philosophen über einfache Drogen“.
  • 1100 Nikolaus Salernitanus berichtete über die Anwendung von „Schlafschwämmen“ zur Herbeiführung einer Narkose.
  • 1200 Der Herzog von Lucca bereitete einen Schlaftrunk aus Opium, Schierling, Bilsenkraut und Mandragora.  Damit tränkte er seinen Schlafschwamm, der bei kleineren Operationen zur Narkose der Patienten diente.  Zum Erwecken wurde ihnen ein mit Weinessig getränkter Schwamm unter die Nase gehalten.
  • 1275 Raymundus Lullius entdeckte das süße Vitriol.
  • 1363 Guy de Chauliac beschrieb den Gebrauch narkotisierender Mittel, insbesondere des Opiums und des Schlafschwammes zur Schmerzlinderung bei chirurgischen Maßnahmen.  Die manchmal bei ihrer Anwendung zutage tretenden unbeabsichtigten Nebenwirkungen waren Asphyxie, Blutandrang bzw.  Blutstauung und der Tod.